Kletterknigge – die guten Manieren des Felskletterns

Aus aktuellem Anlass… Wie das so ist, man trifft beim Klettern am Wochenende Leute aus einem anderen Land. Man kommt ins Gespräch, gibt Tipps zum Gebiet & Routen und ratscht noch eine Weile…
So auch letztes Wochenende mit anderen Trainerkollegen aus Frankreich.
Dabei kamen wir auf das Thema, was man alles am Fels beobachtet und wie viele Dinge, vielen Kletterern anscheinend nicht recht bewusst sind und dann zu Schwierigkeiten für die Kletterer selbst, die Community und die Gebiete führen.
Deshalb widme ich diesen Artikel einigen wichtigen „guten Manieren beim Klettern am Fels“.
Denn let´s face it – es wird immer voller am Fels und damit steigt auch die Zahl der Vorkomnisse und – wie überall – steigen die Schwierigkeiten, die eine Vielzahl an Menschen mit sich bringen.
Man könnte sie auch Tipps für ein angenehmeres Miteinander nennen 😉

Die Punkte, die ich hier zusammengetragen habe sind nicht einfach meine persönliche Meinung, sondern – nach meiner Erfahrung und aus vielen Gesprächen – allgemeiner Konsens unter den Kletterern die wirklich viel am Fels unterwegs sind und achtsam mit Natur, anderen Kletterern und Gebieten umgehen.
Ich möchte mit dem Artikel nicht belehren oder Vorwürfe streuen, sondern möchte Bewusstsein schaffen und helfen einen respektvollen Umgang zu stärken.

Besonders, wenn du bisher nur, oder vermehrt in der Halle unterwegs warst und Lust auf Klettern am Fels hast, freue ich mich, wenn du dir die Zeit nimmst diesen Artikel zu lesen, denn es gibt ein paar Punkte, die einem oft einfach nicht bewusst sind. Man gewisse Dinge also garnicht mit Absicht, sondern aus Unwissenheit macht, die aber dennoch zu Schwierigkeiten führen können.

Vorweg das Thema Naturschutz

Dass wir uns als Kletterer am Fels in der Natur aufhalten sollte jedem klar sein. Auch hier sind einige Dinge anders als in der Halle oder der Stadt.
Deshalb starte ich mit einigen Punkten zum Thema, wie wir uns in der Natur verhalten. Allerdings soll das nicht Hauptfokus des Artikels sein.

  • Keinen Müll dalassen
  • So wenig wie möglich Lärmbelästigung
  • Ruhezeiten beachten (Nacht!)
  • Brutzeiten & Brutgebiete achten
  • Naturschutzregeln einhalten
  • Im groben versuchen, dass man während und nach dem Aufenthalt so wenig wie möglich von einem mitbekommt & den Ort so (oder sauberer) verlässt, als man ihn vorgefunden hat.

Das Thema Naturschutz ist wichtig und es gibt schon viele Kampagnen zum Naturschutz beim Klettern, deshalb will ich diese Punkte nicht unnötig in die Länge ziehen.
Und für diejenigen, die sich für Naturschutz und klimaverträgliches Klettern interessieren – hör dir gern das Interview mit Lena Marie Müller an zum Thema Ecopoint, Klimaverträglisches Klettern & ihren Topo zum Klettern mit Öffis um Innsbruck.

 

Starten wir mit dem Konsens an Handlungen und Verhaltensweisen, die am Fels Standard sein sollten und Dingen, die nicht gern gesehen werden,  zu Konflikten oder sogar Gefahren führen können.
Die Punkte sind dabei nach der „Reihenfolge des Verlauf eines Klettertages“ sortiert.

 

Die „Kletterknigge“

 

Parke dort wos keinen stört

Starten wir mit der Ankunft im Gebiet… Dem Parken.
Bitte parke platzsparend, nur auf ausgewiesenen Parkplätzen und mit Platz für landwirtschaftliche Maschinen!
Es wurden schon tolle Gebiete gesperrt, weil sich Leute nicht an die Parkregelungen gehalten haben.
Das führt zu oft zu Schwierigkeiten mit Gemeinde oder Anrainern und am Ende sitzen die am längeren Hebel.

Der Weg ist das Ziel

Der Weg zum Fels – bitte nutze ausgewiesene Wege.
Es ist für Grundbesitzer ziemlich ärgerlich, wenn sie das Heu als Viehfutter nutzen wollen, dieses aber plattgetrampelt wurde… oder wenn der Waldboden unnötig belastet wird… oder das Wild aufescheucht…oder, oder

Ein netter Gruß schafft mehr Genuss

Die Ankunft am Fels
Ich weiß nicht, ob das nur ich bin, aber ich meine doch, dass es nett und freundlich ist, wenn man bereits anwesende Kletter:innen bzw ebenso umgekehrt Neuankömmlinge zumindest eines kurzen Grußes würdigt. Aber vielleicht bin ich da ja altmodisch.
Generell trägt aber sicher Freundlichkeit zu einem wohlwollenden Miteinander und guter Laune am Fels bei.

Materialdepot…nur wo?

Wohin mit den Rucksäcken?
Für das Materialdepot sollte es ein geeigneter Ort sein.
Ich erlebs leider immer wieder… Material, Rücksäcke, Essensbeutel etc.gehören weder auf den Weg am Felsfuß, noch vor irgendwelchen Routeneinstiegen deponiert.
Schau dich um, wo das Zeug niemandem im Weg rumliegt und dann hin damit. Bestenfalls räumst du auch die Dinge, die nicht gebraucht werden wieder in den Rucksack, sodass auch noch Platz für andere ist.

Zur Routenpflege eine Bürste

Dieses Thema kann man garnicht genug unterstreichen…

1) Jeder Kletterer, der am Fels Klettern geht und Chalk nutzt sollte im Besitz mindestens einer Bürste sein (zur Not nimm eine Zahnbürste).
2) Die Bürste sollte am Gurt/Chalkbag immer griffbereit sein.
3) Die Bürste sollte unbedingt benutzt werden!


Tickmarks wegbürsten

Und zwar um Tickmarks und Griffe zu putzen!
Bürsten sind nicht nur was für „Pro´s“. Jede Route, in der Chalk genutzt wird, gehört auch geputzt, um den Fels möglichst sauber zu halten und damit die Griffe nicht so schnell speckig und schlonzig werden.
Und ja, bitte putz auch die Tickmarks raus! Deine eigenen sowieso, aber auch andere… es gibt einige Leute, die die Route komplett anders klettern, als man selbst und die auch gerne ohne Tickmarks klettern zwecks des Onsights.
Wir gehen Felsklettern, um am Fels den eigenen Weg zu finden und zu tüfteln. Ein sehr interessanter Teil davon ist, dass wir am Fels die Strukturen suchen und lesen können müssen. Ziel ist normalerweise nicht, die „Landestreifen“ anderer Kletterer zum vermeintlich besten Griff zu verfolgen.

Schuhe abputzen

Ist in manchen Gebieten extrem wichtig, da der Fels dort sehr leicht abreibt.
Putz dir vor dem Einstieg den Dreck und Sand von den Schuhen.
Das nutzt den Fels weniger ab und sorgt gleichzeitig dafür, dass du nicht von den Tritten rutscht.

Musik in deinen Ohren?

Musik am Fels….Puuuhhh… da gibt’s sicher gespaltene Meinungen.
Die einen, die gerne mal Musik mitnehmen, die anderen, die das nicht tun.
Und genau da sich die Geister scheiden sollte man entsprechend respektvoll miteinander sein.
Ich denke die meisten würden mir zustimmen, dass wir uns durch Musik, die wir selbst nicht gern hören gestört fühlen.
Im allgemeinen ist es so: Klettern ist ein Sport in der Natur.
Entsprechend gibt es viele Menschen, die sich genau das wünschen, was Natur normalerweise mitbringt.
Aussicht, frische Luft und Ruhe!
Musik hat am Fels nichts verloren. Auch beim Bouldern draußen nicht.
Jeder kann gerne Kopfhörer aufsetzen und sich anhören was er will… Aber für andere hörbare Musik verändert ihr Erlebnis des Klettertages.
Manche mögen einfach komplett andere Musik, manche können sich nicht so gut konzentrieren, wenn sie irgendwelche Musik hören, mache wünschen sich einfach Ruhe.

Im Endeffekt sollten wir auch im Kopf behalten, dass wir nicht nur andere Kletterer mit Musik stören, sondern auch Tiere.
Köpfhörer: deine Entscheidung.
Laute Musik: bitte respektier, dass du nicht allein bist und sie andere stört.
Und nein es sollte nicht so rum laufen, dass jemand Musik anmacht und derjenige sich denkt, wenn es jemanden stört, soll er/sie halt was sagen… Sondern wenn überhaupt dann andersrum – bevor man Musik anmacht, fragt man die Anwesenden zunächst, ob das störend wäre bzw Okay wäre.

Selbiges gilt übrigens auch für die Nutzung einer Drohne. Auch die machen Lärm und können das Erlebnis der Leute stören/irritieren und sie ablenken.

Wer zuerst kommt malt zuerst? Meine Route? Deine Route?

Routen reservieren oder belegen…
Sieht man anscheinend immer häufiger, geht aber absolut nicht.
Der Fels ist für alle da und entsprechend schaut man, dass man miteinander redet und jeder irgendwie eine Möglichkeit bekommt die Tour zu klettern.
Sich erstmal die erste Exe in eine Tour hängen, um diese zu belegen, dann zur Aufwärmtour zu gehen und anderen zu sagen man möchte nicht, dass sie währenddessen in die Tour einsteigen… Klar…scheint bei uns Deutschen am Pool Gang und Gebe zu sein mit dem Handtuch. Hat aber beim Klettern nichts verloren.

Das ist vielleicht ein krasses Beispiel, aber ja, alles schon gehört oder erlebt und es geht ums Prinzip dahinter.
Der Fels und die Tour gehören niemandem … und wir müssen alle damit klarkommen, dass immer mehr Leute klettern. Also sprecht euch freundlich miteinander ab.

Gleiches gilt, wenn man als Gruppe am Fels ist.
Okay, ich versteh das… man kommt mit ein paar Leuten an den Fels, da ist im gewünschten Grad diese eine geile Linie… und am liebsten wollen alle die Klettern. Kein Thema! Nur bitte, wenn jemand außerhalb der Gruppe fragt, wie lange man noch drin ist und noch 5 der Gruppe da rein wollen, dann bietet man doch dem anderen zumindest an, dass er/sie zwischendurch auch rein kann und nicht erst 4 Stunden warten muss.

Sollten in einer Tour bereits Exen hängen, jedoch klettert dort gerade niemand, dann ist die Faustregel sich umzuesehen, wem die Exen gehören und kurz zu fragen ob man auf dem Material klettern kann.
Sollte allerdings niemand in Sichtweite oder zuzuornen sein ist der Grundkonsens, dass man auf den Exen klettern kann.
Natürlich lässt man das Material aber in der Wand!

Haken sie Dank!

Danke, danke liebe Erschließer für die Mühe, die Arbeit, die Passion, die Kosten und die tollen Haken in der Wand!
Eines meiner Hauptanliegen, dessen sich auch viele – gerade zu Beginn – nicht bewusst sind:
Schone das Fixmaterial!
Das bedeutet: keine Topropes auf fixem Material und wenn der nächste noch vorsteigt, hängt man einfach nach dem Vorstieg eine Exe in den Umlenker dazu und kommt über diese runter (da man ja nicht abbaut) nicht über den fixen Karabiner.

Vielen Anfängern oder leicht fortgeschrittenen Kletteren ist die Schwierigkeit hier garnicht bewusst und sie denken sich nichts dabei. Deshalb erklär ich das Ganze kurz.
Karabiner schleifen durch das Drüberreiben des Seils und durch den Sand, der im Seilmantel sitzt, auf Dauer durch. Vielleicht habt ihr schonmal einen halb durchgeschliffenen Umlenker in irgendeinem Gebiet gesehen? Das kommt durchs Ablassen und Topropen auf diesem Karabiner.
Kann man sich in etwa so vorstellen, wie das Wasser, das den Fels formt und einschleift…

Das Problem: Umlenker sind erstens teuer, zweitens braucht es erstmal jemanden, der sich die Mühe macht diesen zu sanieren und drittens ist es super unangenehm an einem Ring abzubauen, der nur noch 1/3 seiner Materialdicke hat.
Deshalb: Wenn ihr Toproped, hängt einfach einen Schrauber in den Umlenker, der die Hauptlast trägt und dann noch eine Exe dazu und fertig ist das Ding.
Diejenigen, die noch schonender unterwegs sein wollen (in einigen Gebieten ist das Standard!!) seilen sich selbst ab, anstatt vom Partner abgelassen zu werden. So wird das Material noch mehr geschont.

Routen einrichten und gerade Umlenker sind eine teure Sache, die oft aus privater Tasche bezahlt wird. Seid dankbar für dieses Geschenk und geht entsprechend pfleglich damit um!

 

 

Gut gemeint ist nicht gut gemacht – ungefragte Tipps beim Klettern

Oder auch: Betaspelling – also jemandem beim Klettern irgendwelche – gut gemeinten – Tipps reinrufen…
Ist selten erwünscht.
Bitte gib nicht ungefragt irgendjemandem Tipps oder Einschätzungen, oder Insights in eine Route.
Weder am Boden, noch beim Klettern.

Ich weiß schon: jemand hängt in der Route, man sieht: der andere ist am kämpfen und du weißt… ein Griff weiter ist ein riesen Henkel… oder die Bewegung geht anders viel leichter.
Oder du siehst, dass der/die andere in die Tour will, denkst dir: da oben war ne schwere Stelle und sagst das demjenigen kurz… damit er/sie sich vorbereiten kann… oder um hilfreih zu sein, oder oder….die Absichten sind meist nett gemeint.

Aber: 1.) Ist der andere Kletterer vielleicht in einem Onsight, den du ihm/ihr ruinierst, wenn du etwas ansagst…
2.) hat er/sie vielleicht eine andere Lösung, die besser passt
3.) Holst du denjenigen vielleicht voll aus seinem Kletterfluss raus, wenn du was reinrufst
Und selbst wenn derjenige im Seil hängt:
4.) ungefragt Tipps geben ist einfach übergriffig. Manche finden das gut, andere nicht.

Deshalb frag einfach kurz ob derjenige etwas hören möchte… und wenn dann ein Ja kommt, na dann Vollgas 😉

Mind your Climb… rechts vor links? links vor rechts?

Genau wie in der Halle, wo dieses Problem auch häufig auftaucht:
Wenn ihr nebeneinander klettern wollt: schaut vorher, ob eure Routen zusammenlaufen.
Manche Touren teilen sich Raster/Schüttelpositionen, haben denselben Einstieg oder Ausstieg, oder sind sehr dicht beieinander.
Einerseits ist es natürlich blöd, wenn ihr beide die gleichen Griffe nutzen wollt und euch da in die Quere kommt… Andererseits, was ich fast noch wichtiger finde zu erwähnen, besteht eben auch die Gefahr, dass der obere Kletterer dem unteren auf den Kopf fällt und sich beide verletzten.
Bitte: geh dabei nicht von deiner eigenen Sturzweite aus… Es gibt Kletterer, die in schweren Passagen Exen auslassen. Es gibt Sicherer, die 25 kg leichter sind als ihr Kletterer, bei denen sich entsprechend die Sturzweite vergrößert und es gibt Seilschaften, die eben weich sichern, damit der Sturz angenehm ist, wodurch auch wieder der Sturz weiter wird, als du dir vielleicht denkst.

In den Hallen gibt es (natürlich) hierfür eine Regelung.
Normalerweise sollte JEDER den Sturzraum eines Kletterers frei halten.
Das sind 1,5m zu beiden Seiten, 2m nach Hinten und 8m nach unten. Am Fels würde ich bei den 8m nochmal ein paar Meter draufschlagen, da die Hakenabstände größer sind.
Generell gilt: Wer zuerst einsteigt hat Vorrang… Wenn der andere schon am Klettern ist, kümmert er sich herzlich wenig um das, was unter ihm/ihr passiert.
Fokus ist beim Klettern. Wenn du in die Route daneben einsteigen willst und ihr euch IRGENDWIE in die Quere kommen könntet, dann warte einfach etwas.
Andererseits: wenn jemand neben dir die Tour hochbouldert kann das schonmal dauern. Dann kann man dennoch vorher kurz hochrufen und absprechen, dass man einsteigt und der andere dann eben kurz wartet, sobald man näher aneinander klettert und man entweder in den Sturzraum kommt oder sich einen Bereich teilt.
Derjenige der Hochbouldert sitzt ja eh oft im Seil und kann dann einen kurzen Moment warten, sollte der andere im Durchstiegsversuch sein.

Aufeinander Acht geben – lieber 1x zu viel, als 1x zu wenig

Je voller der Fels, umso wichtiger… Einander vorwarnen bei möglichen Gefahren.
Ein losgetretenes Steinchen kann unten schweren Schaden anrichten. Das Kommando „ROOOOOOCK“ oder „STEEEIIIIIN“ sollte laut und deutlich, am besten geschrien werden, damit die Dringlichkeit sofort klar ist, die Differenzierung zu anderen Kommandos leichter fällt und unten sofort reagiert werden kann.
Auch das Thema Seil abziehen gehört in diese Kategorie – macht vernünftig darauf aufmerksam, dass ein Seil abgezogen wird. Auch und besonders, wenn ihr an einem Zwischenumlenker umbaut und das Seil fädelt…
Wie oft wird das im Klettergarten vernachlässigt oder nicht so ernst genommen… Oder man verschätzt sich wo das Seil landet…
Es ist schon vorgekommen, dass Menschen durch einen Seilwhipper ihr Auge verloren haben…
Deshalb: Lieber einmal zu viel gewarnt, als einmal zu wenig.

Safety first! – Know your stuff!

Viele Trainer oder erfahrene Kletterer haben schon Situationen erlebt, wo sie unfreiwillig in die Rolle gekommen sind jemandem „das Leben zu retten“ bzw sich gezwungen gesehen haben einzugreifen um Schlimmeres zu verhindern…
Und zwar entsteht das oft in Situationen, wo die anderen Betroffenen nicht wirklich wissen was sie tun.
Es ist keine schöne Situation etwas gefährliches mit ansehen zu müssen… Erst recht nicht einen Unfall. Für keinen der Anwesenden.
Deshalb: Bevor man an den Fels geht, sollte sich jeder das dafür nötige Wissen aneignen.

Unwissenheit… bringt dich und andere in Gefahr und entsprechend unangenehme Situationen! Bitte lern die Dinge vernünftig plus bring andere, die weniger wissen, nicht in Situationen die gefährlich sind und sie überfordern.

 

Nature deserves our RespectToilettenpapier im Wald

Jeder möchte einen schönen, sauberen Felsfuß vorfinden…
Deshalb: Nehmt euren Müll wieder mit. Und zwar großen, wie kleinen (Tapeschnipsel, Zigarettenstummel und sonstigen Kleinabfall)
Am besten man hat immer eine kleine Mülltüte dabei und sammelt alles.
Außerdem: Falls noch Zeug von anderen rumliegt… niemandem bricht nen Zacken aus der Krone, wenn er/sie den Müll von anderen, denen der Wind die Taschentuchsammlung wohl aus dem Müllbeutel geweht hat, auch noch aufsammelt…

Jeder muss am Fels mal pieseln…
Wir Frauen gehen meist eh etwas weiter und sind diskreter, weil wir eben unser Hinterteil dabei blank legen…
Aber wie oft habe ich in Gebieten erlebt, dass sich ein Mann einfach nur umdreht und direkt hinterm Weg in die Büsche pinkelt…
und dabei auch noch vergisst, dass die Höhle ganz schön überhängend ist und an diesen gerade bepinkelten Baum quasi nie Regen kommt…
Manche Büsche direkt am Felsfuß riechen echt übel nach Urin… das muss einfach nicht sein.
Und damit wir Mädels auch noch unser Fett weg kriegen: die meisten Männer benutzen kein Toilettenpapier, wenn sie pieseln gehen… viele Frauen dagegen schon.
Das Taschentuch hat nichts in der Natur verloren! Wenn du welches nutzt, dann gehört das in die schon erwähnte Mülltüte.

Und wenn du mal richtig musst…
Ja…shit happens… auch am Fels.
Bitte geh so weit wie möglich vom Sektor weg, grab ein Loch, mach dort rein und entweder verbennst du das Papier (Falls keine Wald/Buschbrandgefahr besteht) oder nimmst es bitte in der vorher genannten Mülltüte wieder mit. Gewöhnliche Taschentücher brauchen bis zu 5 Jahre um zu verrotten und wir (Menschen) sind einfach viele… die Taschentücher an den Wegrändern werden eher mehr als weniger.

Mowgli - Hund am FelsDes Menschen bester Freund.

Was soll ich sagen? Ein schwieriges Thema… da ich beide Seiten kenne, weil ich mittlerweile selbst Hundebesitzerin bin.
Hundeerziehung ist fast so ein schwieriges Thema wie Kindererziehung…
Ich denke wie überall: wichtig ist miteinander zu reden.
Genau wie als Eltern trägt man als Hundebesitzer die Verantwortung für seinen Hund. Und das sollte jedem bewusst sein.
Als Hundebesitzer sollte ich so gut ich kann dem Hund beibringen niemandem das Essen zu klauen, nicht zu bellen oder anderweitig groß zu stören, räume die Haufen weg etc. und entschuldige mich und übernehme Verantwortung, wenn irgendetwas nicht passt.
Gleichzeitig sei den Nichthundebesitzern ans Herz gelegt: Ein Hund ist immer noch ein Hund und man kann nicht 100% alles kontrollieren.
Falls der Hund irgendwie stört, man Angst hat oder anderes, braucht es den Dialog mit dem Besitzer und klar formulierte Bitten. Am besten, bevor man auf 180 ist.

Außerdem: ein angeleinter Hund ist kein Kuscheltier oder Spielgefährte!
Weder für Kinder, noch für Erwachsene.
Bitte respektiert auch den Raum des Tieres, denn viele Hunde wollen – genau wie wir – nicht von jedem angefasst werden.
Außerdem werden Hunde natürlich nicht einfach gefüttert oder irgendwas. Hunde lernen aus jeder Erfahrung… und der Besitzer ist am Ende der, der 14 Jahre mit dem Hund und dem Verhalten lebt.
Bevor man mit einem Hund Kontakt aufnimmt, sollte man mit dem Besitzer sprechen.

Kommunikation und Rücksichtnahme

Kommen wir zum wichtigsten Punkt für ein angenehmes Miteinander.
Am Fels gilt im Allgemeinen dasselbe wie auch in anderen Alltagssituationen:
Jeder Mensch ist ein bisschen anders und wir sollten miteinander respektvoll und rücksichtsvoll umgehen.
Eine offene und freundliche Kommunikation ist das A und O für ein angenehmes Miteinander, um Missverständnisse zu klären, Konfliktlösungen zu finden und einander nicht den Tag zu verderben.
Nehmt wahr, dass ihr nicht allein seid, nehmt Rücksicht auf Mensch, Natur und Umwelt, sprecht euch ab, sprecht Dinge an, die anstehen etc…und vielleicht das Wichtigste:
Geht dabei davon aus, dass der Andere erstmal nichts Böses im Sinn hat, nicht mutwillig handelt, etwas vielleicht einfach nicht weiß, nicht gesehen hat etc.
Dann redet sich gleich ganz anders miteinander 🙂

In diesem Sinne – auf ein angenehmes, bereicherndes Miteinander am Fels!

Eine wunderbare Zusammenfassung hat vor einiger Zeit der DAV mit der Kampagne natürlich Klettern geliefert.

 

 

Falls ich etwas wichtiges vergessen habe schreibs mir gern in die Kommentare oder per Mail.

Ansonsten erstmal alles Liebe & Rock on,

Deine Aletta

 

Bildcredit:

Beitragsbild: Lieselotte Peeters
Anne Nygard
Shai Kiran Anagani
Mikael Seegen
frankenjura.com
Thomas Straub

 

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